Blade Nano CPX (DE)

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Der Nano CPX von Blade ist mit 29g Abfluggewicht und 20,5 cm Rotordurchmesser momentan der kleinste 3D fähige Hubschrauber auf dem Markt. Man kann ihn an alle DSM2/X fähigen Fernsteuerungen binden wobei allerdings ein Computersender ratsam ist.

Was ist in der Box?

Der Nano kommt gut verpackt in einer kleinen Pappschachtel mit zwei Styroporeinlagen, die sich auch sehr gut zum Transport eignet. Darin befinden sich:

  • Der fertig montierten Heli
  • Ein Batterielader
  • AA-Zelle für den Lader
  • Zwei E-Flite 1s 150mAh 25C Lipo
  • Ein Set FastFlight-Blades
  • PH-000-Kreuz-Schraubendreher
  • Blattlagerwellen-Schraubwerkzeug
  • Ersatz-Heckrotorblatt
  • Ersatzgestänge
  • Anleitung

NanoBox

Widmen wir uns dem Aufbau des Helis. Zum größten Teil wurde Plastik verwendet. Dies hat im Gegensatz zu anderen Werkstoffen wie Aluminium oder Carbon den Vorteil, dass es sich bei Krafteinwirkung verformt bevor es bricht. Daher sind Kufen, Chassis und der Rotorkopf aus Plastik gefertigt und sehr crashresistent. Das Heckrohr und die Hauptrotorwelle bestehen aus 2mm Carbon, die Blattlagerwelle ist eines der wenigen Metallteile.

Der Rotorkopf ist paddellos ausgeführt und wirkt zunächst sehr filigran. Die Blatthalter sind vorlaufend angelenkt und sitzen auf einer hauchdünnen Blattlagerwelle. Diese ist so dünn, dass keine Schraube hineingedreht wird, sondern eine Mutter auf ein Außengewinde geschraubt. Angelenkt wird die daruntersitzende 140° Taumelscheibe von drei Linear-Servos, die ebenfalls beim mCPX benutzt wurden.

16.9Rotor

Diese Servos sind an die DSM2/X fähige AS3X (Empfänger/Flybarlesssystem/Servomischer/Motorregler) angeschlossen, welche vorn am Chassis sitzt. In das Chassis werden auch die Kufen gesteckt welche gleichzeitig als Akkuhalter fungieren.

Chassis16.9

Am Heck arbeitet ein 6mm Motor der die Position um die Hochachse in wirklich jeder Situation problemlos halten kann. Von Werk aus kommt er mit dem vom mCPX V2 bekannten Heckrotorblatt.

Heck16.9

Die mitgelieferten 1s-Akkus haben 150mAh und 25C Dauerbelastbarkeit. Sie haben genug Leistung für alles bis hin zu leichtem 3D, bei TicTocs fangen sie aber schon an zu schwächeln.

16.9Battery

Flugerprobung

Um es kurz zu fassen, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Der Nano ist zwar relativ hibbelig in der Luft aber auch sehr präzise zu steuern. Die Drehraten sind in Standardeinstellung (100% Dualrate) schon 3D-fähig, wer mehr braucht dreht einfach die Wege weiter auf. Nach Steuereingaben rastet der Kleine sehr gut ein und auch das Heck ist unauffällig. Im Gegensatz zum mCPX ist es praktisch nicht zum Wegdrehen zu bringen. Der Hauptmotor hat genug Power für die gängigen 3D-Manöver bis hin zu 4-Zeiten-TicTocs. Leider fliegt er mit den standardmäßig montierten Blättern nicht wirklich gut gradeaus und neigt zu Pumpen und Aufbäumen. Dafür ist er extrem aggressiv und damit gut für 3D.

Ganz anders sieht das mit den beiliegenden Fast-Flight-Blades aus. Diese Rotorblätter haben an der Vorderkante eine Art Stift, welcher den Vorlauf minimiert. Das bewirkt ein deutlich ruhigeres Flugbild und einen besseren Geradeauslauf. Das progressive Verhalten der Blätter ohne Nubsi ist einem linearen, wesentlich ruhigerem Flugverhalten gewichen. Auch liegt er etwas stabiler in der Luft. Leider sind diese Blätter nicht ganz so wendig aber für Schweben und Rundflug die erste Wahl.

Ein wichtiges Thema bei so kleinen Hubschraubern ist auch die Crashresistenz. Die ist beim Nano unglaublich hoch, so kann man, wenn man denn mal abstürzt, ihn meistens ohne Probleme hinstellen und weiterfliegen. Klar, unzerstörbar ist er auch nicht, so verbiegt sich schon mal gern die Blattlagerwelle oder das Heckrohr splittert oder die Kufen brechen. Das lässt sich aber alles relativ leicht reparieren.

Kurztipps

  • Akkus mit 160-170mAh und ca. 30C bringen genug Power für härteres 3D
  • Die beiliegenden Ersatz-Haubengummis zur Spieleliminierung über die Kugelköpfe am Rotorkopf ziehen verbessert das Flugverhalten
  • Den Motor nach einem Flug immer abkühlen lassen
  • Heckrohr bei Bruch durch 2mm Vollcarbon ersetzen, das ist nicht so schnell klein zu kriegen
  • Immer mit Haube fliegen! Die Platine ist empfindlich
  • Vorsichtig sein beim Abziehen der Servostecker um die Buchse nicht abzureißen
  • Heckfinne entfernen verbessert die Heckrotorleistung!

Bei einigen Nanos sind uns aber ein paar Punkte aufgefallen, die ich nicht auslassen will:

Zuerst einmal ist die Platine nicht sehr gut verarbeitet sehr crashanfällig. So kann es passieren, dass nach einem harten Einschlag das Bauteil irreparabel beschädigt ist und der Heli Aussetzer hat oder gar nicht mehr auf die Fernsteuerung bindet. Von außen ist das nicht erkennbar.

Des Weiteren kam es schon öfter vor, dass die Hauptrotorwelle verzogen war was in Vibrationen und einem wegdrehenden Heck resultiert hat. Sogar eine neue, von mir als Ersatzteil gekaufte Hauptrotorwelle war krumm. Ich habe daraufhin eine aus einem 2mm Carbonstab gebaut und seither Ruhe.

Die Hauptmotoren sind auch nicht unbedingt die stabilsten. So kann es vorkommen, dass im Motor von Kommutator (das Bauteil, über das der Motor angesteuert und in Rotation versetzt wird) ein Kontakt abbricht was in zufälligem Nicht-Andrehen und rapidem Leistungsverlust endet.

Fazit

Horizon hat mit dem Nano CPX einen Meilenstein in Sachen Micro-3D-Heli gesetzt. Vor ein paar Jahren war es noch undenkbar, dass ein Heli, der voll 3D-fähig ist, nur 29g wiegen kann. Auch wenn er nicht absolut perfekt fliegt macht er dennoch verdammt viel Spaß und ist ebenso geeignet um neue Figuren zu lernen. Von ein paar Macken, die er (noch) hat mal abgesehen, ist er absolut sein Geld wert. Um einen Nano kommt man als Spektrum-Pilot nicht so leicht drum herum

Text: Jonas Wackershauser

Bilder: Jonas Wackershauser, Marcus Grohme

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